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Corvidae - Rabenvögel |
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![]() Betrachtet man die Ursprünge dieser Ausdrücke etwas genauer, sieht man oft auch deren fehlenden Bezug zu den tatsächlichen Tieren, die oft nichts mit ihrem Mythos gemein zu haben scheinen, aber trotzdem die Verachtung und Verfolgung durch den Menschen erfahren. Raben z.B. sind alles andere als schlechte Eltern und die Elster ist nicht diebischer als andere Rabenvögel, wobei der Vogel natürlich keine Ahnung hat, dass wir Menschen eine Vorstellung von "Besitz" haben und wir an schimmernden Dingen oft besonders hängen... Der "Galgenvogel" oder "Pechvogel" wurde zum solchen, weil er, auf das abfallende Fleisch hoffend, oft bei Hinrichtungen zugegen war (bes. die Aaskrähe), woraufhin der Mensch begann, diese Tiere mit dem Tod zu verbinden. So wurden Krähen und Raben schnell zum Todesboten und auch Todesbringer. Der Film "The Crow" basiert auf einer Legende, die besagt, eine Krähe trage die Seele eines Verstorbenen in das Land der Toten. Diese oder ähnliche Vorstellungen wiederum legten offenbar auch nahe, dass der Vogel keine Angst vor dem Tode habe und sogar als Entscheidungsträger fungiert. So wurden Rabenvögel zu mystischen Tieren, Begleiter von Hexen und Zauberern in Mythos und Dichtung. Während die eine Kultur die Vögel auf diese Weise fürchten lernte, begannen andere, sie aufgrund dessen zu verehren. Ein ganzer Indianerstamm, die "Crow" benannten sich nach der Krähe, die früher bei Indianern als Haustier gehalten wurde, dem man die Fähigzeit zusprach, die Zukunft weissagen zu können. Ein anderer Stamm, die Inuit, erzählen die Legende des Raben, der ihnen das Tageslicht bringt. Eine ähnliche Funktion hatte der Rabe in den heidnischen Glaubensformen. Die Druiden verehrten den Raben als Tier der Prophezeihung, der Einweihung und machten ihn zum Schutztier eines ihrer bekanntesten Clans, dem Rabenclan. Ein anderer heidnischer Glaubenszweig, Asatru, der den Glauben an die nordischen Mythen mit einbezieht, erzählt die Geschichte von Odins zwei Begleitern in Form von Raben, Hugin und Munin, die durch das Land reisten und ihm berichteten, was sie gesehen hatten. So war Odin, ein nordischer Gott, jederzeit über das Treiben seiner Anhänger informiert. Etwas ähnliches sagt auch J.R.Tolkien in seinem "Herr der Ringe", wo er sich auf den Raben als stillen Beobachter und Abgesandten bezieht, der in diesem speziellen Fall vom Bösen ausgesandt war. Nicht nur uralte Legenden singen und erzählen von den Rabenvögeln, auch heute ist noch Vieles ungeklärt. Einige Beobachter interpretieren z.B. eine Art absichtlich herbeigeführte Drogenerfahrung in das sogenannte "anting" hinein, bei dem sich der Vogel auf einen Ameisenhaufen setzt und sich so das Gefieder mit Ameisensäure benetzt. Andere erzählen von sogenannten "Krähenbegräbnissen", wobei sich viele Rabenvögel zusammenfinden sollen, um einen verstorbenen Vogel zu verabschieden. Beide Verhaltensweisen lassen sich unter Umständen erklären, das "anting" könnte der Gefiederpflege dienen und bei den Begräbnissen kann es sich um eine normale Schlafplatzversammlung halten. Dennoch ist es interessant, wie sehr Rabenvögel auch heute noch zur Mystifizierung anregen. Die heutzutage sehr leichtfertig unterstellte "Intelligenz" wird zusätzlich noch untersucht, wobei es von Beobachtungen der Werkzeugverwendung bis hin zu Spekulationen über Humorempfindungen geht. Anlass hierfür dürfte das reichhaltige und komplizierte Sozialverhalten bieten. Im Allgemeinen hat der Rabenvogel doch eher den Status des Verachteten, auch Shakespeare benutzte schon das Bild der Krähe als hässliche Frau: compare her face with some that I shall show and I will make thee think thy swan a crow" schreibt er und will damit Romeo die Augen öffnen, der am Anfang der Geschichte noch von der schönen Rosalind schwärmt. Ein populärer Reim aus dem Mittelalter sagt: Two crows - mirth Three crows - marriage and Four crows - birth", woraus einmal mehr der Glaube an die Fähigkeit der Krähe in die Zukunft zu sehen zum Ausdruck gebracht wird.
Links (englisch): |
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